Auf den Spuren von Patanjali: Santosha – innere Zufriedenheit

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Der indische Gelehrte Patanjali beschreibt in seinem Werk Yogasutra – einer der ältesten Texte und Leitfaden des Yoga- den achtgliedrigen Pfad (Ashtanga Marga). Dieser soll eine Art Anleitung dafür sein, wie der Mensch die zahlreichen Herausforderungen seines Lebens meistert. Dafür erkennt Patanjali drei Grundpfeiler des menschlichen Daseins, die es zu bewältigen gilt: Den Geist klären, die Ursache von Leid erkennen und zukünftiges Leid vermeiden. Alle Stufen auf dem achtgliedrigen Pfad dienen eben dem Erreichen dieser drei Ziele.

Ein wesentlicher – wenn nicht der zentrale- Aspekt ist der Umgang mit sich selbst – Niyama. Um ein gutes Verhältnis zu sich selbst zu entwickeln, welches von Selbstliebe und Selbstakzeptanz getragen ist, ist es unumgänglich, innere Zufriedenheit – Santosha- zu empfinden. Wir sollten Zufriedenheit demgegenüber empfinden, was wir bereits in unserem Leben haben, und diese wertschätzen, anstatt getrieben zu sein von einem unbändigen Verlangen nach all den Dingen, die wir nicht haben und nach all den Wesensaspekten, die wir (noch) nicht sind. Sich selbst und sein Leben anzunehmen, so wie es ist, und es in Ordnung zu finden, ist nach Patanjali der Schlüssel zu tiefem Glück:

„Tiefe Zufriedenheit lässt uns grenzenloses Glück erfahren““ , schreibt Patanjali in seinem Yogasutra (im Sutra 2.42). Denn erst wenn wir aufhören, ständig Dingen, Ereignissen, Zielen, Wünschen und materiellem Reichtum hinterherzujagen, die uns vermeintlich das Glück in unser Leben bringen sollen, wird es erst möglich, zur Ruhe zu kommen. Das innere Gefühl der Erfüllung, nach dem wir ja eigentlich mit unserer rastlosen Suche streben, kann erst in der Ruhe und im inneren Loslassen von der Verhaftung an die äußeren und materiellen Dinge in uns aufsteigen. Und dann stellen wir fest, dass das Gefühl der Zufriedenheit und inneren Erfüllung etwas ist, dass nicht an das Erreichen der äußeren Ziele gebunden, sondern ein Seins Zustand ist, den wir nur erreichen können, wenn wir aufhören, etwas sein oder etwas haben zu wollen, und damit beginnen, einfach zu sein. Immer wieder sollten wir also auf unserem Lebensweg in uns hinein horchen und uns selbst fragen, ob wir zufrieden sind mit uns selbst und unserem Leben und zwar genau so, wie es in diesem Moment ist.

Die Yogapraxis ist ein guter Weg dafür: Üben wir die Asanas, sind wir dazu angehalten, nach innen zu schauen und für uns selbst abzuchecken, wie wir gerade sind und wo wir uns gerade befinden. Unsere Grenzen wahrzunehmen und zu akzeptieren, wie mehr oder weniger wir intensiv uns in die Asana versenken können, bringt uns immer wieder ins Bewusstsein, dass wir uns selbst annehmen, genau an dem Punkt auf dem Yoga Weg, an dem wir uns gerade befinden, ob als Anfänger oder Fortgeschrittene, ob wir nun alle Übungen körperlich ausüben können oder uns körperliche Grenzen gesetzt sind.

Letztendlich gibt es nur einen einzigen Menschen, der uns die Zufriedenheit und damit das Glück und die innere Erfüllung für unser Leben uns geben kann: Und das sind nur wir selbst.

Text von Beyhan Özcelik

https://www.yogalehrer-Berlin.de

Kategorien Allgemein

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